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Die Voraussetzungen, dass sich Thermik ausbilden kann, sind - vereinfacht dargestellt - kräftige Sonneneinstrahlung, ein Rückgang der Lufttemperatur mit der Höhe und eine gewisse Tageslänge. Aus diesem Grund sind Segelflieger meist von Anfang April bis Ende August am Himmel unter den Schäfchenwolken zu sehen.

Für Frenzel aber kein Hinderungsgrund, sein Glück mit den Aufwinden nicht auch noch Anfang Oktober zu versuchen -  mit erstaunlichem Ausgang.

Wolfgang Frenzel ist seit fast 15 Jahren Mitglied des Sportfliegerclubs Ehingen e.V. Seine Leidenschaft ist es, im Segelflug große Strecken zurückzulegen, angetrieben allein durch thermische Aufwinde, die sich durch die Einstrahlung der Sonne entwickeln. Seine fliegerischen Unternehmungen startet der Stuttgarter regelmäßig vom Schlechtenfelder Hang, den viele Menschen aus Ehingen und aus dem Umfeld von den Flugplatzfesten des SFC kennen.

So auch am 7. Oktober 2018. Der Segelflugwetterbericht sagte frühmorgens mäßige bis gute Thermik voraus, was in unseren Breiten zu dieser Jahreszeit eher überrascht. Die Wetteroptik bestätigte die optimistische Prognose aber zutreffend, sodass die Entscheidung zum Start um kurz vor 13 Uhr fällt. Frenzel startet mit seinem Segelflugzeug vom Typ Glasflügel Kestrel an der Seilwinde des Vereins, die ihn auf eine Höhe von 500 Meter über Grund bringt. Dies ist in der Regel die Ausgangsbasis um die Suche nach Thermik zu beginnen. Nicht so dieses Mal: schon mit dem Ausklinken des Schleppseiles steigt das Flugzeug im freien Flug kontinuierlich weiter – Treffer, Thermik!

Die fliegerische Aufgabe des Piloten in dieser Phase des Fluges ist es, mit dem Flugzeug innerhalb des räumlich begrenzt aufsteigenden Luftpakets zu bleiben und Höhe aufzubauen. 150 Meter im Durchmesser hat so ein thermischer Aufwind, mal mehr, mal aber auch weniger. Der Pilot bewegt daher sein Flugzeug in Schräglage auf einer Kreisbahn und fliegt möglichst langsam, das heißt ungefähr 80 bis 90 km/h. Hier ist Geschick und Erfahrung im Umgang mit der Flugsteuerung notwendig mit dem Ziel, die Kreisbahn so zu verlagern, dass das stärkste Steigen ausgenutzt wird. Bis über 3 Meter pro Sekunde steigt der Kestrel im oberen Teil des Aufwinds, sehr gute Steigwerte für einen guten Flugtag während der Saison, aber für Oktober sensationell!

Es wird noch besser.